11.12.2013 / Inland / Seite 5

»Digitales Fukushima«

Autoren protestieren in Berlin gegen Massenüberwachung

Thomas Wagner
Den Menschen ist das Recht auf ihre Daten in Wild-West-Manier genommen worden«, so umriß die Schriftstellerin Eva Menasse gestern in Berlin die digitalen Angriffe auf die Bürgerrechte. Gemeinsam mit ihren Kollegen Juli Zeh, Ilija Trojanow, Janne Teller, Priya Basil, Isabel Cole und Josef Haslinger hatte sie ins Haus der Bundespressekonferenz geladen, um einen von den genannten Autoren initiierten Aufruf gegen die globale Massenüberwachung vorzustellen. Jeder Bürger müsse das Recht haben mitzuentscheiden, »welche seiner persönlichen Daten gesammelt, gespeichert und verarbeitet werden und von wem.« Notwendig sei eine »internationale Konvention der digitalen Rechte«. Grundrechte wie die Unschuldsvermutung und das Recht auf Privatsphäre müßten in der gegenwärtigen Situation gegen Staaten und Konzerne erneut erkämpft werden.

Bis jetzt haben 560 Autoren aus mehr als 80 Ländern unterzeichnet, darunter die Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk, J.M. Coetzee, Elf...

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