11.12.2013 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Trügerische Hoffnung

Niedrige Löhne, mangelnde Rechtssicherheit, falsche Versprechungen: Zur politischen Ökonomie der EU-Begeisterung in der Ukraine

Reinhard Lauterbach
Wenn man in polnischer Sprache die Suchworte »Ukraine« und »Arbeitnehmer« in seinen Internetbrowser eingibt, kommt man ziemlich schnell auf die Seiten verschiedener Jobvermittler. »Brauchen Sie Leute für körperliche Arbeit, Traktoristen, Melker, Arbeitskräfte für die Schweine- und Geflügelmast, zur Ernte von Gemüse und Obst? Wir sind dank der Zusammenarbeit mit Arbeitsvermittlern in der Ukraine in der Lage, alle Ihre Bedürfnisse zu erfüllen«, schreibt die eine Agentur. Eine andere listet in holprigem Russisch konkrete Jobangebote auf: ein Arbeiter für eine Möbelfabrik in Westpolen, Stundenlohn 1,90 Euro, Schichten von zehn bis zwölf Stunden; Frauen sollen im Akkord in Zwölf-Stunden-Schichten Möbelbezüge nähen, kräftige Männer für 2,50 Euro pro Stunde Gleise verlegen – Knochenjobs, für die sich zu diesen Löhnen Einheimische nicht mehr finden. Das Lohnniveau in der Ukraine ist mindestens um den Faktor drei niedriger als in Polen, liegt also ungefähr u...

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