21.11.2013 / Feuilleton / Seite 12

Erst Schweigen, dann Kampagnenjournalismus

Rückblick auf die verhinderte Auseinandersetzung mit der Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann

Werner Rügemer
Elisabeth Noelle-Neumann hatte zwei Leben, und nun hat sie zwei Nachleben. Das erste Leben hatte sie als begeisterte NS-Journalistin, eng verbunden mit NS-Propagandaminister Joseph Goebbels. Ihr zweites und Hauptleben hatte sie als Chefin des Instituts für Demoskopie in Allensbach am Bodensee. Dort wirkte sie als einflußreiche und hochbezahlte Meinungmacherin vor allem für Adenauers und Kohls Regierungen sowie für Unternehmen und die Wirtschaftslobby der BRD.

Ihr erstes Nachleben kam durch Jörg Beckers Buch »Elisabeth Noelle-Neumann: Demoskopin zwischen NS-Ideologie und Konservatismus« (Schöningh-Verlag 2013). Der Autor belegt ihre bisher verleugneten oder beschönigten Aktivitäten während des Faschismus. Er schildert die nach 1945 von westlichen Besatzungsmächten ermöglichte Gründung des Allensbacher Instituts. Er zeigt ihre späteren Manipulationen an der mit Unterstützung des NS-Propagandaministeriums verfaßten Doktorarbeit. Schließlich setzt er sich mi...

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