19.11.2013 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

»Systematische Diskriminierungspraxis«

Buch dokumentiert Folgen des kirchlichen Sonderarbeitsrechts

Daniel Behruzi
Nach dem Staat sind die Kirchen hierzulande die Institution mit den meisten Beschäftigten. Weit mehr als eine Million Menschen arbeiten für die Einrichtungen von Diakonie und Caritas. Doch für all diese Angestellten gelten besondere Bedingungen: Laut Kirchenideologie sind sie Teil einer »Dienstgemeinschaft«, woraus sich sogenannte Loyalitätsobliegenheiten ableiten – zum Beispiel die Verpflichtung, Kirchenmitglied zu sein oder sich entsprechend der kirchlichen Moralvorstellungen zu verhalten. Die Politologin Corinna Gekeler zeigt auf, was das bedeuten kann.

In dem Band »Loyal dienen« hat Gekeler mehr als 50 Berichte von Betroffenen zusammengetragen, die das Ausmaß kirchlicher Ausgrenzungspraxis belegt. Da wird beispielsweise eine schwangere Lehrerin zur Heirat gedrängt, eine Pflegerin muß die eingetragene Lebenspartnerschaft verheimlichen und einer Sozialpädagogin wird mitten im Vorstellungsgespräch »angeboten«, sich gleich im Nebenzimmer vom Chef, ...

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