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04.11.2013 / Inland / Seite 5

Kein Urteil gegen Foltermethode

Brechmitteleinsatz: Prozeß gegen Polizeiarzt nach neun Jahren gegen Zahlung von 20000 Euro eingestellt

Sönke Hundt, Bremen
Das Landgericht Bremen hat am Freitag einen Schlußstrich unter ein inzwischen neun Jahre dauerndes Verfahren gezogen. Der Prozeß gegen einen Polizeiarzt wegen der tödlichen Verabreichung eines Brechmittels wurde gegen Zahlung von 20000 Euro an die Mutter des Opfers eingestellt. Der Mediziner, so das Gericht, befinde sich zur Zeit in stationärer psychiatrischer Behandlung, deren Ende nicht abzusehen sei und könne an der Verhandlung nicht mehr teilnehmen.

Der aus Sierra Leone stammende Laye Alama Condé war im Dezember 2004 wegen des Verdachts auf Drogendealerei in Bremen festgenommen worden. Nach zwangsweiser Verabreichung eines Brechmittels auf der Polizeiwache war er ins Koma gefallen und wenig später im Krankenhaus gestorben. Der Einsatz dieser Mittel war zu diesem Zeitpunkt gängige Praxis in der Hansestadt – und schon damals höchst umstritten. Denn bereits 2001 war in Hamburg der Nigerianer Achidi John bei einer solchen Prozedur gestorben. Schon ...

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