23.10.2013 / Feuilleton / Seite 13

Leben im Fluxus

Frisch vom Faß erzählt Sarah Marrs über den Osten nach dem Mauerfall

Su Alois
Wie gewinnen PR-Kundige den durchschnittlichen Werbeempfänger für ein Buch? Indem sie zum Beispiel suggerieren, daß es darin um »wilde Tage in Chicago« geht, die ähnlich anrüchig sind wie »die stillen Tage von Clichy«. Und um »lange Nächte in Berlin«, mindestens so lang wie Polarnächte. Solche Botschaften machen den Stoff sofort platt. So ein burdamäßiges Verständnis, wie ein Buch zu sein hat, damit es die Bedürfnisse und Erwartungen möglichst vieler Käufer und Stakeholder erfüllt, macht den Leser zur Ratte auf der Suche nach unterhaltsamen Abfällen.

Das Buch stammt in diesem Fall von der Fluxuskünstlerin Sarah Marrs. »Meister Petz hat gute Laune« war ihre Grundidee. In den Handel kam das Buch aber unter dem Titel »Stadtnomadin: Wilde Tage in Chicago, lange Nächte in Berlin«. Plumm. Das Memopuzzle des Fluxusprofis Marrs erinnert in dieser Form an einen gestreckten Plissestoff, dem ein paar Falten ausgebügelt wurden. Für die Absetzbarkeit wurde der nicht ...

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