14.10.2013 / Inland / Seite 5

Rassistische Kontrollen

Mitglieder der Flüchtlingsgruppe »Lampedusa in Hamburg« erkennungsdienstlich behandelt. Proteste gegen Polizeimaßnahmen in St. Pauli und St. Georg

Martin Dolzer
Mit einem Großaufgebot der Polizei hat der Hamburger SPD-Senat am Freitag und Samstag in den Hamburger Stadtteilen St. Pauli und St. Georg gezielt afrikanisch aussehende Menschen kontrollieren lassen. 18 Mitglieder der Flüchtlingsgruppe »Lampedusa in Hamburg« wurden dabei vorübergehend in Gewahrsam genommen, erkennungsdienstlich behandelt und auf anwaltlichen und politischen Druck mit Meldeauflagen wieder freigelassen.

Etwa 800 Menschen demonstrierten am Freitag abend und mehr als tausend am Samstag gegen die von der Innenbehörde angeordneten rassistischen Übergriffe. »Offensichtlich soll kurz vor Einbruch des Winters unser politischer Wille gebrochen werden«, so Friday Emitola, ein Sprecher der Gruppe. »Die Landesregierung scheint mit allen Mitteln verhindern zu wollen, daß wir weiter für das Recht auf Aufenthalt, Arbeit, Bildung und Gesundheitsversorgung einsetzen und daß die ohnehin große Solidarität und Unterstützung der Bevölkerung weiter wächst. St...

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