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28.09.2013 / Inland / Seite 8

»Der Neofaschismus wird verharmlost«

Leipziger Wissenschaftler wollen mit einer Ausstellung die Geschichte der deutschen Inlandsgeheimdienste beleuchten. Gespräch mit Gregor Wiedemann

Conrad Wilitzki
Der Sozialwissenschaftler Gregor Wiedemann ist Vorstandsmitglied des Leipziger Vereins »Engagierte Wissenschaft e.V.«

Ihr »Forum für kritische Rechtsextremismusforschung« plant eine Ausstellung zur Geschichte der deutschen Verfassungsschutzbehörden (VS). Warum, meinen Sie, muß man die Öffentlichkeit über diese Inlandsgeheimdienste aufklären?

Wir beobachten, daß der Skandal rund um den Terror der rechtsextremen NSU nicht unbedingt zur politischen Schwächung dieser Geheimdienste geführt hat, sondern sogar zu Kompetenzzuwächsen und damit zu ihrer Stärkung. Der Verfassungsschutz (VS) setzt seit einiger Zeit besonders auf Bildungsarbeit und will die Bevölkerung über die angeblichen Gefahren von »extremistischen Rändern« aufklären. Aus demokratie-theoretischer Sicht ist es sehr problematisch, wenn ein Geheimdienst darüber entscheidet, wer als demokratisch gilt und wer nicht. Wir wollen von zivilgesellschaftlicher Seite aus Gegeninformationen anbieten, anhand vo...

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