17.09.2013 / Inland / Seite 4

Neue Zweifel am Selbstmord

Feuertod von Oury Jalloh im Polizeigewahrsam: Aktivistin wegen »Verleumdung« angeklagt. Initiative will mit eigenem Gutachten den Einsatz von Brandbeschleunigern nachweisen

Susan Bonath
Im Januar 2005 verbrannte Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle. Der an Händen und Füßen gefesselte Flüchtling aus Sierra Leone habe das Feuer selbst gelegt, behauptet die Justiz. Beweisen konnte sie die These nie. Vor allem im vorigen Jahr häuften sich Indizien gegen einen Selbstmord. Statt dieser Spuren verfolgt die Justiz jene Kritiker, die an ein Verbrechen glauben und das öffentlich bekundeten. »Ihr Mörder!«, habe eine Aktivistin der Initiative »In Gedenken an Oury Jalloh« im März 2012 auf einer Demonstration vor dem Magdeburger Landgericht gerufen. Damit habe sie anwesende Beamte in ihrer Ehre gekränkt, sie verleumdet und das Ansehen von Sachsen-Anhalts Polizei geschädigt. Am Mittwoch steht sie deshalb in Magdeburg erneut vor Gericht.

Zunächst muß sich das Gericht mit einem Befangenheitsantrag gegen Richter Martin Schleupner beschäftigen, den die Angeklagte zum Prozeßauftakt am 5. September gestellt hatte. Er sei ein Teil von Sachsen-Anhalts J...

Artikel-Länge: 4434 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe