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30.07.2013 / Inland / Seite 8

»Wir wollen eine Beschwerde an den Presserat richten«

Polizeirazzia in Freiburger Flüchtlingswohnheim: Medien schüren Generalverdacht gegen Asylbewerber. Ein Gespräch mit Albert Scherr

Gitta Düperthal
Albert Scherr ist Mitglied im Vorstand des Grundrechtekomitees und Professor der Soziologie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg

In einem Großeinsatz hat die Polizei in einem Flüchtlingswohnheim in Freiburg 200 Gramm Marihuana und fünf Gramm Koks gefunden. Das Komitee für Grundrechte und Demokratie kritisiert das Vorgehen der Polizei – warum?

Ein solcher Großeinsatz ist nicht dazu geeignet, einen Drogenring aufzudecken – die Menge an Drogen, die dort gefunden wurde, ist auch nicht der große Erfolg, den die Polizei versucht, der Öffentlichkeit zu verkaufen. Unserer Kenntnis nach wurden vier Personen festgenommen, von denen eine wieder freigelassen werden mußte. Am Einsatz waren ca. 250 Polizisten beteiligt; seit September 2012 wurde verdeckt ermittelt.

Es geht nicht etwa darum, daß bestritten werden soll, daß hier gedealt worden ist – aber die Art, wie die Polizei dabei vorgegangen ist, zielt auf eine öffentliche Inszenierung und war...


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