16.07.2013 / Thema / Seite 10

Tod bei 5000 Grad

Hintergrund. Uranmunition ist eine Ausrottungswaffe. Seit dem Irak-Krieg 1991 kommt sie bei der NATO massenhaft zum Einsatz – mit tödlichen Folgen für die Zivilbevölkerung und die eingesetzten Soldaten

Frieder Wagner
Wer den Friedhof der bosnisch-serbischen Kleinstadt Bratunac besucht, dem fällt auf, daß viele Gräber und Grabsteine relativ neu sind. Und wer näher hinsieht, stellt fest, sehr viele Sterbedaten sind aus den Jahren 1997 und 1998. Und noch etwas ist bemerkenswert: Fast alle diese Verstorbenen stammen aus Hadzici, einem Städtchen 15 Kilometer südwestlich von Sarajevo. Hadzici war Ende August/Anfang September 1995 im sogenannten Bosnienkrieg einer der Orte, die von NATO-Streitkräften heftig bombardiert wurden, weil die serbischen Streitkräfte dort ein Panzerreparaturwerk und ein großes Waffendepot unterhielten. Als nach der Bombardierung die serbischen Militärs eine stark erhöhte Radioaktivität feststellten, war ihnen klar, daß die NATO Uranbomben eingesetzt hatte. Deshalb wurden kurz danach knapp 4000 Bürger der Kleinstadt nach Bratunac umgesiedelt. Aber es war zu spät. Die meisten hatten sich schon kontaminiert, und viele starben innerhalb weniger Jahre an...

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