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19.06.2013 / Antifa / Seite 15

Ungesühntes Massaker

1944 metzelte die Waffen-SS ein ganzes Dorf nieder. Ein Überlebender des Verbrechens im ­griechischen Distomo erzählt

Elena Moschou
Georgios Basdekis war fünf Jahre alt, als eine Einheit der Waffen-SS sein Dorf, Distomo, in Schutt und Asche legte. Vor kurzem, wie jedes Jahr am 10. Juni, hat er das Denkmal für die Opfer in der Stadt in Mittelgriechenland besucht. Es liegt auf einem Hügel über Distomo an den Ausläufern des Parnassos-Gebirges. In der Gedenkzeremonie wurden die Namen aller 218 Toten verlesen, darunter die Namen seiner Mutter, seiner dreijährigen Schwester, seines Großvaters und seiner Tante. »Solange ich auf meinen Beinen stehen kann, werde ich diesen Ort immer besuchen«, sagt der heute 74jährige Überlebende des Massakers der Nazis.

Seinen Schmerz spürt er immer noch. »Man muß damit leben. Keiner kann aber ein Leben lang Haß empfinden«, fügt Basdekis hinzu. Es war ihm schwergefallen, später »in das Land der Täter« zu ziehen, trotzdem hat er zehn Jahre lang in Deutschland gelebt und gearbeitet. Nun sitzt er in seinem Wohnzimmer in Petroupoli, einem Vorort im Nordwesten vo...

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