25.05.2013 / Geschichte / Seite 15

Nadelstreif und Skinhead

Am 29. Mai 1993 fackelten rassistische Jugendliche ein Haus in Solingen ab

Thomas Eipeldauer
»Man kommt nur einmal zur Welt, ein Blatt wächst nur einmal, aber meine Kinder sind gefallen, bevor sie alt und verwelkt waren.« Mevlüde Genç, als sie diese Worte zu einer ARD-Reporterin sagte, saß in einem Bus zum Flughafen. Von dort aus ging es in die Türkei, wo ihre zwei Töchter, zwei Enkelinnen und eine Nichte bestattet werden sollten. Fünf zwischen vier und 27 Jahre alte Mädchen und Frauen waren ums Leben gekommen, als am 29. Mai 1993 Neonazis das Wohnhaus der Familie Genc in der Unteren Wernerstraße in Solingen anzündeten: Gülüstan Öztürk (12), Gürsün nce (27) sowie Saime (4), Hülya (9) und Hatice Genç (18).

Vier Täter machte die Polizei wenige Tage nach dem Anschlag ausfindig, junge Männer zwischen 18 und 24, die dem Umfeld von Deutscher Volks­union (DVU) und rechter Skinheadszene sowie der Kampfsportschule »Hak Pao«, die als Treffpunkt militanter Neofaschisten galt, zugeordnet wurden. Man habe »den Türken« einen »Denkzettel« verpassen wollen, sag...

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