13.05.2013 / Inland / Seite 8

»Wir sind hier und gehen nicht zurück!«

Lampedusa-Flüchtlinge: Den libyschen Rebellen entkommen, nach Italien geflohen und abgeschoben. Gespräch mit Claudio Feliziani

Peter Wolter
Claudio Feliziani ist Aktivist der »Karawane für die Rechte von Flüchtlingen und Migranten«

Zu den Flüchtlingen, die in Deutschland untergekommen sind, zählt eine Gruppe mit der Bezeichnung »Lampedusa in Berlin«. Was hat es mit denen auf sich?

Das sind vorwiegend Menschen, die sich aus Libyen über das Meer zur süditalienischen Insel Lampedusa gerettet haben – sie wollten den Bombenangriffen der NATO und dem Bürgerkrieg entgehen. Es sind vor allem Anhänger des gestürzten Diktators Ghaddafi – die regulären libyschen Streitkräfte hatten es noch organisiert, daß sie mit Fischerbooten oder anderen kleineren Schiffen vor den Rebellen flüchten konnten. Das lief vielfach völlig überstürzt ab, manche dieser Fahrzeuge hatten nicht einmal einen Kompaß an Bord.

Schätzungsweise 60000 Menschen haben auf diese Weise vor zwei Jahren Libyen verlassen, viele sind auf dem Weg nach Lampedusa ertrunken – es dürften tausende sein, die genaue Zahl wird man wo...


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