11.05.2013 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Absage an das Euro-Projekt

Zu Lust und Risiken des Kapitalverkehrs

Lucas Zeise
Es wurde Zeit, daß der grundsätzliche Pro-Euro-Kurs der Linkspartei beendet wird. Das dürfte mit Oskar Lafontaines Einwurf nun geschehen sein. Dieser Kurs war schon lange ein Kurs, der als »Euro ja – aber so nicht« adäquat beschrieben ist. Beide Seiten der jetzigen Kontroverse verweisen dabei auf die Zeit vor Einführung der Gemeinschaftswährung, als die PDS-Gruppe im Bundestag Schilder mit der Parole »Euro-so nicht« zeigten und Gregor Gysi den neoliberal-destruktiven Charakter der Konstruktion der Währungsunion als Grund für die Ablehnung der entsprechenden Verträge durch die damalige PDS benannte. Die Art und Weise, wie die Bundesregierung unter Frau Merkel die Krise dazu nutzte, um den neoliberalen Kurs der Wirtschaftspolitik brutal auf die übrigen Euro-Länder auszuweiten und sie dabei noch verschärfte, machte es der Linken leicht, einheitlich gegen diesen Kurs zu stimmen. Die Knebel- und Kreditverträge für die Südländer, die Schuldenbremse oder F...

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