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07.05.2013 / Feuilleton / Seite 13

Demokratie, exakt definiert

Die Romane von Ross Thomas dechiffrieren die Propagandacodes der Politik

Wiglaf Droste
Die äußere Form der Dinge changiert, aber ihr Wesen ändert sich nicht. In seinem 1966 geschriebenen Roman »The Cold War Swap« (deutsch: »Kälter als der kalte Krieg«) läßt der US-amerikanische Schriftsteller Ross Thomas seinen Ich-Erzähler sagen: »Ich kaufte mir den Spiegel, um mich über die jüngsten deutschen Vorurteile zu informieren.« Das ist auf den Punkt formuliert, lakonisch, distanziert und gültig.

Ross Thomas ist der Mann für die unaufgeregt präsentierte Analyse jener Verbrecherpools, die man Politik, Wirtschaft, Militär und Medien nennt. Daß der 1995 gestorbene Skeptiker dabei auch noch brillant schrieb und ohne das käsige Moralisieren auskam, das so viele Deutsche mit politischem Bewußtsein verwechseln, macht ihn zu einem Mitglied jenes Olymps, in dem Samuel Dashiell Hammett, Raymond Chandler, Patricia Highsmith, Margaret Millar und Ross Macdonald ihm einen Ehrenplatz reserviert hatten.

In seinem Roman »Voodoo, Ltd.« aus dem Jahr 1992, der zur ...



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