04.05.2013 / Ansichten / Seite 8

Schmutzkampagne

Lafontaine und der Euro

Andreas Wehr
Die Bourgeoisie hat ein feines Gefühl dafür, wer ihre Kreise stören könnte. Kaum hatte Oskar Lafontaine einen Text zur Zukunft des Euro auf seine Website gesetzt, begann eine üble mediale Schmutzkampagne gegen ihn. So war es auch 1990 gewesen, als britische Zeitungen ihn »zum gefährlichsten Mann Europas« erklärten, weil er die Kontrolle der Finanzmärkte gefordert hatte.

Jetzt titelte Zeit-Online »Lafontaine auf rechten Abwegen« und »Lafontaine unterstützt (…) die Position der AfD« (Alternative für Deutschland, d.Red.). Taz und FAZ legten sogleich nach. Und diese Kampagne zeigt Wirkung: Führende Politiker der Linkspartei distanzierten sich umgehend von Lafontaine, ohne auch nur ein einziges inhaltliches Argument gegen ihn vorzubringen. Statt dessen wurde die übliche Litanei von der »notwendigen Entwicklung der EU hin zu einer Wirtschafts-, Sozial- und Steuerunion« heruntergebetet. Doch Lafontaine steht keineswegs allein. Auch Heiner Flassbeck und d...

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