27.04.2013 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Fragen zum CIA-Terrorismus sind tabu«

Gespräch mit Daniele Ganser. Über den Luxemburger Bombenlegerprozeß, Geheimarmeen der NATO, strategisch geplanten Staatsterrorismus. Und über die ­vielen Steine, die der Forschung in den Weg gelegt werden

Peter Wolter
Dr. Daniele Ganser leitet das Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER) in Basel, das den globalen Kampf ums Erdöl und das Potential von erneuerbaren Energien untersucht. Sein Buch »NATO-Geheimarmeen in Europa. Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung« (London 2005, deutsch: Zürich 2008) ist ein Standardwerk zum Thema dieses Interviews.

Im Luxemburger Bombenlegerprozeß hat der Duisburger Historiker Andreas Kramer ausgesagt, sein Vater habe im ­NATO-Auftrag zwischen 1984 und 1986 Bombenanschläge in Luxemburg organisiert. Kramer senior sei auch mitverantwortlich für den Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980. Sie sind Autor eines Standardwerkes über NATO-Geheimarmeen – wie plausibel kommen Ihnen diese Aussagen vor?

Die Forschung hat erwiesen, daß es diese Geheimarmeen tatsächlich gab. Nachgewiesen ist, daß sie geheime Sprengstoff- und Waffendepots angelegt hatten. Klar ist auch, daß sie Bombenanschläge durchführen konnten, also ...

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