17.04.2013 / Inland / Seite 8

»Die Amerikanisierung der Sozialsysteme lehnen wir ab«

Private Wohltätigkeit kann die Aufgaben des Staates nicht ersetzen. Akionsbündnis kritisiert das »Tafelsystem«. Ein Gespräch mit Luise Molling

Mirko Knoche
Luise Molling ist Sprecherin vom »­Kritischen Aktionsbündnis 20 Jahre ­Tafeln« in Berlin

Für das übernächste Wochenende organisieren Sie drei Aktionstage unter dem Motto »Armgespeist – 20 Jahre Tafeln sind genug!«. Was passiert da?

Wir kritisieren vor allem die Politik, welche die Tafeln erst möglich gemacht hat. Unsere Aktionen reichen von einer Demonstration vor dem Brandenburger Tor über Kunstausstellungen, Vorträge und Lesungen bis hin zu Theateraufführungen und einer kritischen Stadtrundfahrt.

Aber warum protestieren Sie dagegen, daß Menschen etwas zu essen bekommen?

Dagegen protestieren wir ja nicht, sondern dagegen, daß es soweit gekommen ist, daß in einem der reichsten Länder der Erde immer mehr Menschen darauf angewiesen sind, die Abfälle der Mehrheitsgesellschaft zu essen. Was für die meisten Menschen nicht mehr gut genug ist, soll für Hartz-IV-Bezieher und verarmte Rentner sein. Das Problem ist nicht, daß es die Tafeln gibt, sondern daß s...

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