22.03.2013 / Inland / Seite 2

»Und solche Leute beraten die Politiker…«

Bertelsmann-Stiftung frisierte Statistiken zur Bevölkerungsentwicklung – und wurde dabei erwischt. Gespräch mit Gerd Bosbach

Ralf Wurzbacher
Gerd Bosbach ist Professor für Statistik, Mathematik und Empirische Wirtschafts- und ­Sozialforschung an der Hochschule Koblenz, Standort Remagen, und Koautor des Buches »Lügen mit Zahlen: Wie wir mit Statistiken manipuliert werden« (www.luegen-mit-zahlen.de)

Glaubt man der Bertelsmann-Stiftung, dann wird Deutschland zum Altersheim. Aus einer Mitteilung aus Gütersloh erfuhr man unlängst, daß 2030 knapp 50 Prozent und 2060 schon 63 Prozent der hiesigen Bevölkerung 65 Jahre und älter sein werden. Nur hat sich inzwischen herausgestellt, daß die Prognose grober Unfug ist. Was ist falsch gelaufen?

Zuerst einmal: 63 Prozent, das wären von drei Einwohnern zwei, die über 64 Jahre als sein sollen. Das ist in keiner Gesellschaft möglich. So ein Fehler ist fatal. In der zugrundeliegenden Studie der Uni Bochum stand auch korrekt, daß der Altenquotient 63 betrage, also 2060 auf 100 Erwerbsfähige 63 Ältere kämen...

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