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20.03.2013 / Feuilleton / Seite 13

Des Aufenthalters Sohn

Deutsche Großprojekte im Lichte des Gedenkens an die Opfer des Faschismus

Antonín Dick
Man müßte einmal«, sagt ein Opfer des faschistischen Rassenwahns, das mit einem der Kindertransporte nach England gerettet werden konnte, in W.G. Sebalds Prosawerk »Austerlitz«, »einen Katalog unserer Bauwerke erstellen, in dem sie ihrer Größe nach verzeichnet wären, dann würde man sogleich begreifen, daß die unter dem Normalmaß der domestischen Architektur rangierenden Bauten es sind – die Feldhütte, die Eremitage, das Häuschen des Schleusenwärters, der Aussichtspavillon, die Kindervilla im Garten –, die wenigstens einen Abglanz des Friedens uns versprechen, wohingegen von einem Riesengebäude wie beispielsweise dem Brüsseler Justizpalast auf dem ehemaligen Galgenberg niemand, der bei rechten Sinnen sei, behaupten könne, daß er ihm gefalle. Man staune ihn bestenfalls an, und dieses Staunen sei bereits eine Vorform des Entsetzens, denn irgendwo wüßten wir natürlich, daß die ins Überdimensionale hinausgewachsenen Bauwerke schon den Schatten ihre...

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