19.03.2013 / Ausland / Seite 2

»Bergoglio strebt ein Facelifting an«

Ungeklärte Rolle während der Militärdiktatur: Argentinischer Papst hat anscheinend Dreck am Stecken. Gespräch mit Myriam Bregman

Wladek Flakin
Myriam Bregman ist Menschenrechtsanwältin des CEPRODH (Zentrum der Akademiker für die Menschenrechte) in Argentinien. Sie führt Prozesse gegen Angehörige der früheren Militärdiktatur

Die bürgerliche Presse bemüht sich, den soeben zum Papst gewählten Argentinier Jorge Mario Bergoglio als besonders bescheiden darzustellen, er sei auch etwas fortschrittlicher als sein Vorgänger Joseph Ratzinger. Wie stellt sich das aus argentinischer Sicht dar?

Die katholische Kirche ist in schwerste Korruptionsskandale verwickelt, sie deckt die Verbrechen Tausender Geistlicher, die Kinder mißbrauchten. Und weil sie deswegen in der ganzen Welt Gläubige verliert, braucht sie eine Art Gesichtsoperation, um weitermachen zu können.

Ich glaube, daß Bergoglio genau dieses Facelifting anstrebt. Die »Bescheidenheit«, die er als Papst zur Schau trägt, soll nur den Schmutz vergessen machen, den diese rückständige Institution in den 2000 Jahren ihrer Existenz angesammelt hat.

Bergogli...




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