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02.02.2013 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Die Kommunisten fielen überproportional im Kampf«

Gespräch mit Jochen Hellbeck. Über die sowjetische Sicht auf die Schlacht um Stalingrad, die Rolle der KPdSU, Strategien der Kriegsführung und heutige Historikerdebatten

Reinhard Jellen
Jochen Hellbeck, geboren 1966 in Bonn, hat in Berlin, Leningrad, Bloomington und New York Geschichte und Slawistik studiert und lehrt an der Rutgers State University of New Jersey (USA).

Herr Hellbeck, was kann man aus Ihren »Stalingrad-Protokollen« erfahren, was man bislang in Deutschland so nicht wußte?

Ich sehe den fundamentalen Beitrag der Stalingrad-Protokolle darin, daß sich dem deutschen Leser zum ersten Mal in dieser Fülle und Gegenständlichkeit die sowjetische Wahrnehmung und Verarbeitung der Schlacht darbietet und deswegen die Geschichte von Stalingrad, die bislang überwiegend nur als deutsche Geschichte geschrieben wurde und eine deutsche Choreographie, nämlich die des Angriffs, des Kessels, der Verteidigung und der Vernichtung besaß, jetzt um die sowjetische Choreographie erweitert wird. Insofern können wir Stalingrad nun nicht mehr als »rein deutsche« Angelegenheit betrachten, sondern müssen, wenn wir über Stalingrad reden, beide Seiten im Bl...

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