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18.01.2013 / Inland / Seite 5

Zweite Klasse streikt

Berlin: Angestellte Lehrer wollen finanzielle Benachteiligung gegenüber ihren verbeamteten Kollegen abschaffen. Arbeitsniederlegungen an 70 Schulen in der Hauptstadt

Wladek Flakin
Mittwoch vormittag, Berlin-Charlottenburg: An der Friedensburg-Oberschule in Charlottenburg, einer zweisprachigen deutsch-spanischen Europaschule, haben 19 Lehrer mit Schildern und Trillerpfeifen um das Schulgebäude Streikposten bezogen. »Ich streike, weil ich gegen die Prekarisierung der Bildung bin«, steht auf einem handgemalten Plakat. Ein Musik- und Mathelehrer erklärt, daß er bis zu 800 Euro weniger verdient als seine verbeamteten Kollegen: »Davon kann ich mir keine Zwei-Zimmer-Wohnung leisten, und das sollte eigentlich für einen Lehrer drin sein.«

Die Lehrer mit ausländischem Hochschulabschluß – und an dieser Schule sind es viele – bekommen zudem bis zu 700 Euro weniger als ihre angestellten Kollegen mit deutschem Abschluß. Manche kommen gerade auf ein Drittel des Einkommens wie ein Kollege im nächsten Zimmer. »Ich habe einen europäischen Titel und trotzdem werde ich wie ein Lehrer zweiter Klasse behandelt«, sagt Adria Gimeno (31), der ...

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