01.12.2012 / Feuilleton / Seite 12

Das Nein als Pleonasmus

Die Berliner Nein-Bande deklamiert die Negation im AckerStadtPalast

su Tiqqun
Ein Pleonasmus (griech. für »Überfluß«) ist eine rhetorische Figur, innerhalb einer Wortgruppe eine bestimmte Bedeutung mehrfach auf unterschiedliche Weise zu benutzen. Man verwendet Ausdrucksmittel, die keine zusätzliche Information enthalten, so daß sich die verbale Redundanz verstärkt.

Jörg-Michael Koerbl, der Autor des Einakters »Nein«, beschränkt sich auf die Verkettung einer einzigen Aussage und verschränkt das unflektierbare Nein zu einer deklinierbaren Grundsituation. In diesem Erstversuch einer Inszenierung des Einsilbenkolosses verhandelt die jüngst gegründete Nein-Bande gewohnt Zwischenmenschliches. Drei Männer, drei Frauen, eine Puppe leben in einem maroden Heim (Ackerstadtpalast). Sieben Figuren und ein Avantgarde-Pop-Profi zerlegen ein einziges Wort (»Nein«) zwischen Gaumen, Zungenspitze und Tonspuren in mehr oder minder gelungene Mitteilungen, denen der Inhalt abhanden gekommen ist.

Es heimelt nicht sonderlich familär in diesem Vintage-Ge...



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