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15.11.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Die neue Wohnungsnot

Von Verdrängung sind in vielen Großstädten inzwischen auch Angehörige der Mittelschichten betroffen

Christian Linde
In den größeren bundesdeutschen Städten explodieren die Mieten. Wer sich diese nicht mehr leisten kann, für den bleibt häufig nur der Umzug an den Stadtrand. Eine Vorreiterrolle spielt dabei inzwischen Berlin. Wohnungsmangel, steigende Mieten und Verdrängung sind längst nicht nur für Erwerbslose, Auszubildende, Alleinerziehende oder Geringverdiener ein Thema. Auch immer mehr mittlere Einkommensgruppen geraten in Bedrängnis. In den knapp zehn Jahren Regierungszeit des SPD-Linke-Senates (2002–2011) fiel die Neubautätigkeit im preisgünstigen Segment auf ein Rekordtief. Der öffentliche Wohnungsbestand wurde systematisch privatisiert, die Zahl der Sozialwohnungen schrumpfte, und die Mieten steigen seit spätestens 2005 kontinuierlich an. Für Geringverdiener wird die Mietbelastung zu einer immer schwereren Bürde.

Gegen diese Entwicklungen entsteht in immer mehr Städten Widerstand. Am vergangenen Wochenende trugen Tausende Menschen deshalb ihren Protest au...

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