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06.11.2012 / Inland / Seite 2

»Der Beschluß zur Rente ist eine Unverschämtheit«

Ab 2020 ist jeder zweite Rentner auf Zuwendungen des Sozialamtes angewiesen. Ein Gespräch mit Gerhard Kampschulte

Gitta Düperthal
Gerhard Kampschulte ist ehrenamtlicher Sozialrechtsberater in Hessen

Die schwarz-gelbe Koalition hat in der Nacht zum Montag unter anderem die »Lebensleistungsrente« beschlossen – ein kleiner Fortschritt?

Es ist eine Unverschämtheit, was da beschlossen wurde: Diese Rente soll nur zehn oder 15 Euro über den 688 Euro Grundsicherung liegen! Das ganze System ist absurd, das die SPD/Grünen-Regierung mit ihrer Agenda 2010 ins Leben gerufen hat und nachfolgende Regierungen verfestigt haben. Ich kann doch nicht Menschen in Billiglohnjobs treiben, indem ich jede noch so mies bezahlte Arbeit für zumutbar erkläre – und mich anschließend wundern, wenn für sie daraus am Lebensende Armutsrenten resultieren.

Rund 50 Prozent der Menschen, die ab 2020 Rente beantragen, müssen sich gleich anschließend an das Sozialamt wenden, um aufzustocken. Der am Wochenende getroffene Beschluß der CDU/FDP-Regierung ändert daran gar nichts. Ob Menschen nun 698, 703 oder 850 ...


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