Gegründet 1947 Montag, 21. Oktober 2019, Nr. 244
Die junge Welt wird von 2216 GenossInnen herausgegeben
20.10.2012 / Feuilleton / Seite 12

Wo ist bloß dieser Text abgelegt?

Kunstvoll erzählt Hartmut Abendscheins »Dranmor« vom Schriftstellerwahnsinn

Peggy Neidel
Nicht umsonst beginnt die Erzählung mit einem Zitat aus »Alice im Wunderland«. Es geht um Fieberträume, gespaltene Persönlichkeiten, Pilze in Wänden und sprechende Schnapsfläschchen. Verrückt. Oder der ganz normale Wahnsinn im Leben eines Schriftstellers. Der namenlose Ich-Erzähler wohnt in der Schweiz. Sein Hausmeisterjob erfüllt ihn nicht, er schlägt sich so durch. Weil er wiederholt auf einen lästigen Pilzschwamm im Gebäude hinweist, wird ihm gekündigt. Ein Jugendfreund taucht auf, und der Name eines vergessenen Berner Dichters fällt: Dranmor, bürgerlich Ferdinand Schmid (1823–1888). Dringend müsse er gewürdigt werden.

Der Erzähler mit Schreibblockade beginnt, in Archiven zu wühlen, Bücher, Notizen und Aufzeichnungen zu sichten. Bald verriegeln die Berge vor dem Haus jeden Blick ins Außen: »Die drei Phasen der Bergkulisse verschwinden. Schwimmen ineinander. (…) Der Nebel legt einen Schleier über die Kanten. Alles wird grau. Kartoffelsalat...

Artikel-Länge: 3787 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €