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20.10.2012 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Faschisten sind jetzt populär geworden«

Gespräch mit Wjatscheslaw A. Lichatschew. Über die Aussichten ­ukrainischer Neonazis, erstmals ins Parlament zu ziehen, Haßverbrechen und den ­rechtsextremen Chef einer Kiewer Vorzeigeuniversität

Frank Brendle in Kiew
Wjatscheslaw Andrejewitsch Lichatschew (geb. 1979) arbeitet am Institut für Jüdische Studien an der Nationalen Universität Mohyla-Akademie in Kiew. Er ist Mitglied des Generalrates des Euro-Asiatischen Jüdischen Kongresses (EAJC) und politischer Analytiker des Kongresses der ethnischen Minderheiten der Ukraine. Für diesen leitet er ein Monitoring- und Analyse-Programm für Fälle von Haßverbrechen und Fremdenfeindlichkeit

Was immer in der ukrainischen Politik schief laufen mag: Neonaziparteien hatten bisher keine Chance, ins Parlament einzuziehen. Das könnte sich bei den Wahlen am 28. Oktober ändern, wird befürchtet. Zu Recht?

Die Ukraine war bisher als nahezu einziges osteuropäisches Land frei von einer starken neofaschistischen Partei. Es gab allenfalls einzelne Faschisten im Parlament, die ein Direktmandat hatten oder auf den Listen anderer Parteien angetreten waren. Bei Wahlen lagen die Rechtsextremen immer unter einem Prozent der Stimmen. Aber jetzt ha...

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