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06.10.2012 / Inland / Seite 5

Prekär von Staats wegen

Schwarzbuch dokumentiert: Lehrkräfte für Integrationskurse werden vielfach als Scheinselbständige mit Hungerlöhnen abgespeist

Ralf Wurzbacher
Sie sollen anderen in die »Mitte der Gesellschaft« verhelfen und werden dabei selbst ins soziale Abseits befördert. Lehrkräfte für Integrationskurse. Ohne sicheren Beschäftigungsstatus und mit lausigem Einkommen fristen sie hierzulande zu Tausenden ein Dasein am Rande des Existenzminimums. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nennt das einen »Skandal« und hat die Zustände in einem »Schwarzbuch« dokumentiert, das in dieser Woche erschienen ist. Darin kommen Betroffene zu Wort, werden die Hintergründe beleuchtet und politische Forderungen gestellt. Denn laut GEW erfolgt die Ausbeutung in »staatlicher Regie«.

Von der Politik werden die Integrationskurse für Migranten gerne als »Erfolgsgeschichte« gepriesen. Deren Einführung war eine zentrale Neuerung des 2005 in Kraft getretenen Zuwanderungsgesetzes. Dieses sieht für dauerhaft in Deutschland lebende Migranten die mitunter verpflichtende Unterweisung in der deutschen Sprache und die Vermittlung ...

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