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29.09.2012 / Geschichte / Seite 15

Gefährliche Weltlage

Vor 75 Jahren hielt Franklin D. Roosevelt in Chicago seine »Quarantäne-Rede«

Kurt Pätzold
Am 5. Oktober 1937 begab sich Franklin D. Roosevelt, der im Jahr zuvor zum zweiten Mal zum Präsidenten der USA gewählt worden war, nach Chicago. Dort hielt er aus Anlaß der Einweihung einer Brücke eine Rede. Doch nicht von Ingenieurkunst oder – was angesichts der Millionen Arbeitslosen nahegelegen hätte – von der Schaffung von Arbeitsplätzen durch Staatsaufträge war die Rede, sondern von der Weltlage und den internationalen Beziehungen. Die Thematik allein läßt fragen, warum der Präsident darüber bei einem Anlaß, der das nicht vermuten ließ, gesprochen hat.

Denn es gab keinen aktuellen Grund, der ihn gezwungen hätte, die erste und nicht beste Gelegenheit zu nutzen, sich über Besorgnisse zu äußern, zu denen Ereignisse in sehr verschiedenen Gegenden des Erdballs Anlaß gaben. Und dann noch in einer Weise, die zwar nicht im Ganzen, aber doch in vielen Details Fragen über den Zweck und die Ziele dieses Auftritts aufwarfen. Zudem war der Redetext i...

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