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26.09.2012 / Thema / Seite 10

Klassenbewußt in die Sackgasse

Porträt. Der spanische Kommunist Santiago Carrillo ist mit 97 Jahren gestorben: Der Antifaschist und beinharte Funktionär zerstörte letztlich seine Partei

Peter Wolter
Wohl kaum ein Name ist so verknüpft mit der Geschichte der spanischen Linken und mit dem Übergang des Landes vom Faschismus zur bürgerlichen Demokratie, wie der des legendären Kommunistenführers Santiago Carrillo: Er starb am Dienstag vor einer Woche in Madrid im Alter von 97 Jahren. Über 30000 Menschen – Kampfgefährten, Gewerkschafter, Politiker jeglicher Couleur, einfache Arbeiter – standen vor dem Gewerkschaftshaus »Marcelino Camacho« Schlange, um sich in das Kondolenzbuch einzutragen. Carrillo hatte schon zu Lebzeiten feierliche Reden gehaßt – eine Beerdigungsfeier hatte er sich verbeten: Der Leichnam wurde seinem letzten Wunsch entsprechend eingeäschert, die Überreste vor der asturischen Küste im nordspanischen Atlantik verstreut: Vor der Hafenstadt Gijón, in der er am 18. Januar 1915 als Sohn des sozialistischen Abgeordneten Wenceslao Carrillo geboren wurde.

Es dürfte wohl einmalig in der Geschichte der kommunistischen Bewegung se...

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