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17.08.2012 / Sport / Seite 16

Angeblich nackt

Islamistische Probleme mit Olympia-Kleidung

Gerrit Hoekman
Strahlend lief Habiba Ghribi im Londoner Olympiastadion eine Ehrenrunde. Jemand hatte ihr die tunesische Fahne über die schmalen Schultern gelegt. Die 28jährige hatte soeben Olympiageschichte geschrieben: Als erste Tunesierin war es ihr gelungen, eine Medaille zu gewinnen. Silber im 3000-Meter-Hindernislauf. »Diese Medaille ist für das ganze tunesische Volk, für die tunesischen Frauen, für das neue Tunesien«, sagte Ghribi hinterher.

Doch in der Heimat können sich darüber nicht alle freuen. Auf Facebook wettern radikale Muslime gegen die schnelle Läuferin. Ihr Auftritt in London sei eine Schande für das Land. »Tunesien braucht keine Medaillen, die von Frauen kommen, die unbedeckt und nackt sind« – Ghribi war wie die anderen Leichtathletinnen im bauchfreien Sportdreß angetreten. Für Strenggläubige ein klarer Verstoß gegen die Kleiderordnung im Islam. Erst recht für eine Frau aus Kairouan, der Nummer vier unter den heiligen Städten in der islamischen ...

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