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13.07.2012 / Inland / Seite 4

Rentnerin im Rollstuhl droht Zwangsräumung

Berlin: Gehbehinderte Mieterin in Neukölln kämpft nach fristloser Kündigung um ihre Wohnung

Daniel Bratanovic
Nuriye Cengiz soll raus. Geht es nach der »Falstaf Vermögensverwaltung AG«, dann soll die 63jährige Frau im Rollstuhl ihre Erdgeschoßwohnung am Maybachufer 18 in Berlin-Neukölln an der Grenze zu Kreuzberg schnellstmöglich räumen. Der Hintergrund des Vorgangs ist, wie in ganz Berlin und auch anderen Großstädten der Republik, stets derselbe: Ein in der Regel unbekannter Finanz­investor erwirbt Immobilien in attraktiver Lage, saniert und verkauft oder vermietet sie dann zu hohen Summen weiter. Der Umgang mit den Altmietern dabei ist nicht selten rabiat.

Die Falstaf AG ist seit 2008 Eigentümerin des Hauses am Maybachufer. Sie beabsichtigt, die ehemaligen Sozialwohnungen restlos zu entmieten, um sie dann als Eigentumswohnungen für rund 3700 Euro pro Quadratmeter zu veräußern. Das berichtete Frau Cengiz bereits Ende April der taz. Die meisten Mieter in dem Haus sind bereits ausgezogen, und ihre ehemaligen Wohnungen sind längst Eigentumsapartments. Sechs davon ...

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