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12.07.2012 / Inland / Seite 2

»Aus der Schußlinie genommen«

Hessische Verfassungsschützer landeten nach Regelverstößen in den 1990er Jahren in Thüringen. Ein Gespräch mit Martina Renner

Claudia Wangerin
Martina Renner ist Obfrau der Fraktion Die Linke im Untersuchungsausschuß des Thüringer Landtags zum Neonaziterror

Im Thüringer Untersuchungsausschuß wurden einige Szenen mit Comedy-Charakter beschrieben, die sich im Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) abspielten, während sich die Neonaziterrorgruppe NSU formierte. Zugleich wurde ein Führungskader der rechten Szene als V-Mann alimentiert und offenbar vor der Polizei gewarnt.Welches Gesamtbild ergibt sich daraus – war das LfV unter Helmut Roewer ein Tollhaus, oder verfolgte er eine Linie?

Nachdem wir mehrere damals im Thüringer Verfassungsschutz tätige Beamte vernommen haben, auch Referatsleiter und Beamte, die konkret mit der Anwerbung und Führung des V-Mannes Tino Brandt und anderen Neonazis zu tun hatten, können wir die vielen Rechtsverstöße auf keinen Fall nur an der Person Roewer festmachen. Dennoch ist eine zentrale Frage, die der Ausschuß zu klären hat, wie Herr Roewer 1994 überhaupt ins Amt...

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