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12.07.2012 / Thema / Seite 10

Schrumpfprojekt

Hintergrund. Die EU will Rußlands Einfluß bei der Lieferung von Erdgas und Erdöl ­schwächen und sich einen Zugang zu den Ressourcen der kaspischen Staaten sichern. Das Großprojekt Nabucco-Pipeline wird indes höchstens in einer abgespeckten Variante ­reali

Jörg Kronauer
Die Nabucco-Pipeline hat eine letzte Chance erhalten. Jahrelang in der EU in den höchsten Tönen gerühmt, dann mehrfach totgesagt, wird sie möglicherweise doch noch gebaut – wenngleich viel später als geplant und in deutlich abgespeckter Form. Ende Juni teilte das Konsortium, das das riesige Erdgasfeld Shah Deniz in Aserbaidschan ausbeutet, mit, es wolle sich im nächsten Jahr definitiv entscheiden, wer sein Gas von der türkisch-bulgarischen Grenze aus in der EU verteilen dürfe. Zwei Pipeline-Optionen seien in der Vorauswahl übriggeblieben; eine davon sei »Nabucco« bzw. die erheblich zurückgestutzte Version »Nabucco West«. Mit der Ankündigung klärt sich der hochkomplexe Machtpoker um die Erdgasröhren, die in den nächsten Jahren durch Südosteuropa gebaut werden sollen, etwas auf. Fällt das Shah-Deniz-Konsortium wirklich 2013 seinen Beschluß – lange läßt er sich nicht mehr aufschieben –, dann werden nach langen Kämpfen zentrale Weichen für d...

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