04.07.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

Staatlicher Schutzschirm

Der Chef des Inlandsgeheimdienstes geht – alles andere bleibt? Fragen zu den Verbindungen des Verfassungsschutzes zur Terrorgruppe »Nationalsozialistischer Untergrund«

Wolf Wetzel
Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Heinz Fromm, ist zurückgetreten. Hätte vor ein paar Monaten jemand behauptet, daß zur »Aufklärung« der neonazistischen Mordserie der Terrorgruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) Akten vernichtet, wichtige Erkenntnisse unterschlagen und Untersuchungsausschüsse belogen werden, wäre er als Verschwörungstheoretiker lächerlich gemacht worden. Wenn vor Monaten jemand erklärt hätte, daß die verschiedenen Geheimdienste nicht dilettantisch, sondern perfekt zusammengearbeitet hatten, und über ausgezeichnete Kontakte zum neonazistischen »Thüringer Heimatschutz« (THS) verfügten, also zum Umfeld des daraus hervorgegangenen NSU, wäre ihm gleiches widerfahren.

Jetzt sind diese berechtigten Annahmen gerichtsverwertbar: Zwischen den Jahren 1997 und 2003 waren der Thüringer und bayerische Verfassungsschutz, das Bundesamt für Verfassungsschutz und der Militärische Abschirmdienst (MAD) an der »Operation R...

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