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14.06.2012 / Inland / Seite 5

Leiche lag vor der Tür

Neue Ungereimtheiten im Jalloh-Prozeß. Toter nicht sofort weggebracht. Brandgutachter muß Tests ­wiederholen. Feuerzeug wird auf Kleidungs-, Matratzen- und DNA-Spuren untersucht

Susan Bonath
Der Prozeß um den Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh im Dessauer Polizeirevier vor siebeneinhalb Jahren fördert immer mehr Ungereimtheiten zutage. Kaum hatte der neue Brandsachverständige am Mittwoch die Ergebnisse seiner ersten Versuche vorgelegt, beantragte die Nebenklage, die Tests zu wiederholen. Sie hätten sich nicht genügend an der Realität orientiert, bemängeln die Anwälte, die Jallohs Familie vertreten. Zwei vom Gericht befragte Kriminalbeamte berichteten zudem, daß Jallohs Leiche während der Spurensicherung zunächst vor die Tür gelegt worden sei – ein bislang unbekannter Fakt.

Fraglich bleibt weiterhin, wie und wann das Feuerzeug, mit dem die Matratze in Brand gesetzt wurde, in die Zelle gelangte. Um dies herauszufinden, hatte Nebenklagevertreter Philipp Napp während der letzten Verhandlung beantragt, die Überreste des Feuerzeuges auf DNA-Spuren sowie Kleidungs- und Matratzenreste zu untersuchen. Bisher sind diese Tests noch nicht durchgefü...

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