10.05.2012 / Feuilleton / Seite 13

Kann Kunst helfen?

Zwischen Wandzeitung und »Terror«-Liste: Die 7. Berlin Biennale fordert: »Forget Fear«

Matthias Reichelt
Die Kunst hat die Welt hinreichend kommentiert, es kommt darauf sie zu verändern«, könnte man in Anlehnung an Marx und im Geiste von Artur Zmijewski formulieren, der zusammen mit Joanna Warsza und dem russischen Künstlerkollektiv »Voina« (Krieg) die 7. Berlin Biennale leitet. Die weltpolitische Diagnose fällt bei dem polnischen Künstler und Kurator Zmijewski düster aus, gilt auch für die Kunst. »Kunst handelt nicht und funktioniert nicht«, schreibt er im Vorwort der Biennale-Publikation und stellt die Frage, wie Kunst helfen könne, die »Realität performativ zu gestalten«. Denn die offizielle Politik hat das Vertrauen verspielt. Banken und Global Player diktieren die Politik. Der einzige Hoffnungsschimmer sind außerparlamentarische Bewegungen, wie zum Beispiel »Occupy«.

Den »Occupy«-Leuten räumt die Biennale viel Raum ein. Bei der Eröffnung Ende April wurden den »Occupy«-Aktivisten die Pressekonferenz überlassen, auf der sie ein globalisierungskritisches ...

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