05.05.2012 / Thema / Seite 10

Politik der Verarmung

Ökonomie. Die Euro-Krise ist längst nicht vorbei. Die Strategie der herrschenden Klasse zielt auf die Erhaltung der Gemeinschaftswährung und die Intensivierung der Ausbeutung der Arbeitskraft

Thomas Sablowski
Die Krise läßt Europa nicht los. Vom Herbst 2008 bis zum Frühjahr 2009 haben wir den tiefsten Einbruch des Sozialprodukts seit dem Zweiten Weltkrieg erlebt. Es handelte sich um eine wahrhaft globale Krise. Auch in aufstrebenden Ländern wie China, Brasilien oder Indien war das Wachstum rückläufig und konnte die Rezession im atlantischen Raum nicht kompensieren. Zum ersten Mal seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre ist das globale Sozialprodukt geschrumpft. Nach einem kurzen Zwischenhoch im Jahr 2010, bei dem lediglich das Reproduktionsniveau vor der Krise einigermaßen wiederhergestellt wurde, war das Wachstum im Jahr 2011 erneut weltweit rückläufig. Im letzten Quartal des Jahres 2011 schrumpfte das Sozialprodukt in der EU um 0,3 Prozent. In den ersten Monaten des Jahres 2012 ist die Industrieproduktion in wichtigen EU-Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien weiter geschrumpft.

In Europa erscheint die Krise seit dem Frühjahr 2010 als eine der s...

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