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23.03.2012 / Ansichten / Seite 8

Die Relativierer

Lady Ashton und der »Antisemitismus«

Werner Pirker
Der mutmaßliche Attentäter von Toulouse ist tot. Damit wird er über die Motive seiner Bluttaten nicht mehr Auskunft geben können. Daß Judenhaß der Beweggrund für die Ermordung dreier Schüler und eines Lehrers einer jüdischen Schule gewesen ist, dürfte weitgehend außer Frage stehen. Was aber den jungen Mann maghrebinischer Herkunft zur Hinrichtung von drei muslimischen Angehörigen der französischen Armee bewogen hat, bleibt vorerst im dunkeln.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hat das Massaker von Toulouse in einen größeren Zusammenhang zu stellen versucht. »Wenn wir daran denken, was heute in Toulouse passiert ist«, sagte sie, »erinnern wir uns daran, was letztes Jahr in Norwegen passiert ist, wir wissen, was momentan in Syrien passiert und wir sehen, was in Gaza und an anderen Orten passiert, wir denken an junge Menschen und Kinder, die ihr Leben verloren haben«. Das hat unter den Vertretern der These von der Exklusivität jüdischen Leidens einen ...

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