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22.03.2012 / Feuilleton / Seite 13

Im Wachtraum

Das Berliner Maerzmusik-Festival kümmert sich um John Cage – heute wird er von Elliott Sharp, Column One und zeitkratzer interpretiert

Robert Mießner
Gefragt, warum einige seiner Musikstücke so kompliziert seien, antwortete John Cage (1912–1992), er habe sie absichtlich so konzipiert. Er war der Meinung, »daß wir es gegenwärtig mit sehr ernsten Schwierigkeiten in der Gesellschaft zu tun haben, und wir zu der Einschätzung neigen, die Lage sei hoffnungslos, und es sei unmöglich, etwas zu tun, das alles wieder ins Lot bringt. So denke ich, daß diese Musik, die fast unmöglich ist, ein Beispiel für die Verwirklichung des Unmöglichen ist.« Cage komponierte seit den 1930er Jahren Musik, die dezidiert utopisch war, ohne didaktisch zu sein. In ihrem Zentrum stehen imaginäre Landschaften, die Stille und der Zufall. Cage ging nicht nur davon aus, daß es so etwas wie vollständige Stille nicht gäbe: Er hatte festgestellt, wie man bei Abwesenheit äußerer Klänge sich selber oder den Nachbarn hört. Den Zufall verstand er nicht als Willkür, sondern als Möglichkeit. In Daniel Charles’ 1984 bei Merve erschien...

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