Der Schwarze Kanal
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13.03.2012 / Ausland / Seite 8

»Sie wollten uns zu Volksgenossen machen«

Vergessene NS-Opfer: »Zwangsgermanisierter« fordert Anerkennung und Wiedergutmachung. Gespräch mit Karl Vitovec de Gereben

Frank Brendle
Karl Vitovec de Gereben wurde als Kind zwangsweise eingedeutscht und mußte gegen seine tschechische Heimat kämpfen

Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in der Tschechoslowakei im März 1939 wurden Sie zwangsgermanisiert. Wie ging das vor sich?

Ich wurde 1940 im Rahmen einer medizinischen Untersuchung auf mein »Deutschtum« geprüft. Mit Schädelvermessung und anderen Methoden sollte herausgefunden werden, ob ich vom Aussehen und von meinem Wesen her als »arisch« zu betrachten sei. Die Ärzte bejahten das, obwohl mein Vater Tscheche war, und obwohl bei uns zu Hause immer nur tschechisch gesprochen wurde. Auch meine Mutter hatte die tschechische Nationalität. Sie war allerdings gebürtige Deutsche, aus dem Böhmerwald.

Sie wurden dann als Arisch-Tauglicher »verschickt«?

Mit acht Jahren, 1940, kam ich zunächst im Rahmen einer sogenannten Kinderverschickung zu einer Familie nach Leipzig, wo ich erst einmal Deutsch lernen sollte. Nach drei Monaten wurde ich wieder heim n...

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