05.03.2012 / Feuilleton / Seite 13

Affengott in Badehose

Eine Pionierleistung: Die phantastische Welt des indischen Götterplakats wird in München ausgestellt

Sabine Matthes
Altarbilder, leuchtend schrill wie Feuerwerksexplosionen. Wild tanzende, androgyn lächelnde Götter und Asketen. Eine lila Göttin, bizarr bewaffnet und geschmückt mit einer Halskette aus Totenköpfen und einem Minirock aus abgehackten Menschenarmen, die uns die Zunge herausstreckt und zum Liebling der Feministinnen wurde. Ein fliegender Affengott in Badehose, ein vielarmiger Elefantengott, der Süßigkeiten nascht. Ist das Kitsch, Kunst oder Camp? Anfangs war es für die Münchner Indologin und Religionswissenschaftlerin Eva-Maria Glasbrenner Kitsch. Ihre ersten beiden Götterbilder brachte sie 1996 von einer Indien-Reise eher zum Scherz mit nach Hause, erkannte aber dahinter deren ikonographische, mythologische und philosophische Ebene. Es wurde der Beginn ihrer Götterplakatforschung und -sammlung, die noch bis Sonntag in der Münchner Ausstellung »120 Jahre Hochglanzgötter. Die Welt des indischen Götterplakats« als Pionierleistung zu bestaunen ist.

Wie ein Pri...

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