22.02.2012 / Inland / Seite 2

»Gauck ist der Kandidat der Springer-Presse«

SPD, Grüne und FDP haben sich in der Präsidentenfrage für die reaktionärste Variante entschieden. Ein Gespräch mit Albrecht Müller

Ralf Wurzbacher
Albrecht Müller war Wahlkampfleiter der SPD sowie Planungschef im Kanzleramt unter Willy Brandt und Helmut Schmidt. Er ist Buchautor (»Die Reformlüge«, »Machtwahn« und »Meinungsmache«) und Herausgeber des Internetportals ­NachDenkSeiten.de

Joachim Gauck wird neuer Bundespräsident, und fast alle sind aus dem Häuschen, vorneweg die SPD, die sich damit brüstet, »ihren« Kandidaten durchgesetzt zu haben. Warum halten Sie das für Einbildung?

Gauck ist in Wahrheit der Kandidat der Springer-Presse. Es war vor zwei Jahren der damalige Chefredakteur und heutige Herausgeber der Zeitung Die Welt, Thomas Schmid, der die SPD überhaupt erst auf die Idee brachte, Gauck ins Rennen zu schicken. Dessen Nominierung war aber rein taktischer Art, um die Kanzlerin in Schwierigkeiten zu bringen, und das dürfte auch diesmal das treibende Motiv gewesen sein. Inhaltlich paßt Herr Gauck nämlich rein gar nicht zu dem, wofür die Sozialdemokratie steht. Das Godesberger Programm wäre fü...

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