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03.02.2012 / Feminismus / Seite 15

Trend zur Selbstliebe

Vom »Dornröschen«- zum »Ich-und-ich«-Konzept: Iris Osswald-Rinner hat den Wandel der ­gesellschaftlichen Konstruktionen von Lust seit Beginn der 1950er Jahre untersucht

Susan Geißler
Kann es sein, daß wir immerzu mit Sex beschäftigt sind, in diesem Bereich aber gar nicht mehr so viel Handfestes stattfindet? Diesen Eindruck hat zumindest Iris Osswald-Rinner gewonnen, die sich in ihrem Buch »Oversexed and underfucked« mit der »Erfindung« und Verwaltung der Lust seit Einführung der Anti-Baby-Pille bis zur aktuellen youporn-Ära befaßt hat. Sex, Lust und Begehren gehören seit Jahren zu den Bestsellern unter den soziologischen Themen. Befeuert wird das Reden über Sexualität nicht zuletzt durch eine Art inneren Widerstands des denkenden Subjekts: Die eigene Lust, also den bestenfalls grandiosen Exzeß zu sezieren und als Konstrukt zu entlarven, das auch noch übergeordneten gesellschaftlichen Entwicklungen unterworfen ist – da würde man mit Rücksicht auf den eigenen Glückshaushalt doch gern drauf verzichten.

Osswald-Rinners Analyse basiert auf dem Konzept der Skripttheorie, die jedes Handeln als sozial vermitteltes versteht, das auf die...

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