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20.01.2012 / Inland / Seite 4

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Wacklige Beweisführung: Berliner Polizist soll für angeblichen Verrat von Dienstgeheimnissen zahlen

Peter Steiniger
»Hier stehe ich, meine Beamtenlaufbahn kann mich mal.« Der Körper des Angeklagten strafft sich. »Soziale Freiräume verteidigen! Die Geschichte wird mich freisprechen!«

Nein, so lautet es nicht, das letzte Wort des 26jährigen Polizisten Nils D. im am Mittwoch zu Ende gegangenen Prozeß vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten. Noch einmal beteuert er seine Unschuld, die Anklage sei absurd. Daß hinter adretter Schwiegersohnfassade doch ein wackeres Anarchistenherz schlägt, fällt schwer zu glauben. Der Polizeiobermeister ist des Verrats von Dienstgeheimnissen und wegen Datenschutzdelikten angeklagt. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, am 23. November 2009 die Bewohner des besetzten Hauses in der Brunnenstraße 183 in einer E-Mail detailliert vor dem am nächsten Tag stattfindenden Räumungseinsatz gewarnt zu haben. »Ich bin zwar Polizist, solidarisiere mich aber mit der linken Szene. Bitte vertraut mir«, hieß es darin. 600 Beamte waren aufgeboten worden, um die Inte...

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