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07.01.2012 / Thema / Seite 10

Washingtoner Schrumpftheater

Hintergrund. Barack Obamas jüngste Rede zur US-Militärstrategie erweist sich bei näherer Betrachtung als reine Propaganda. Statt der angekündigten Kürzung des Pentagon-Haushalts steht nun die Umrüstung der US-Streitkräfte für neue Kriege auf der Tagesordn

Knut Mellenthin
Falls man einem Hamburger Nachrichtenmagazin vertraut, will US-Präsident Barack Obama »Amerikas Militär schrumpfen« und ihm »ein hartes Sparprogramm verordnen«. Auch in diesem Fall erzählen die Kollegen vom Spiegel jedoch Unsinn. Und wieder einmal ist die Grenze zwischen mangelndem Sachverstand und bewußter Verbreitung von Unwahrheiten nicht eindeutig auszumachen.

Die 450 Milliarden Dollar, um die der Rüstungs- und Kriegsetat der Vereinigten Staaten angeblich im Verlauf der nächsten zehn Jahre gekürzt werden soll, sind eine reine Phantasiezahl. In Wirklichkeit ist beabsichtigt, die Ausgaben des Pentagon weiter kontinuierlich steigen zu lassen, nur etwas langsamer als bisher. Diesen Punkt hob Obama bei der Vorstellung seiner Pläne am Donnerstag ausdrücklich hervor. Wörtlich sagte er: »Ich denke, alle Amerikaner sollten sich daran erinnern, daß in den vergangenen zehn Jahren, seit dem 11. September, unsere Verteidigungsausgaben in einem außergewöhnlichen T...

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