22.12.2011 / Feuilleton / Seite 12

Clubbing mit Kamera

Chris Dreiers »Pinhole Shots«

Michael Freerix
Das Tolle ist«, schwärmt Chris Dreier über die Arbeit mit der Lochkamera, »daß man vorher nicht weiß, was herauskommt.« Lochkameras sind hier alte Blechdosen, in deren Deckel ein Loch gebohrt wird. Hinter dem Loch wird auf dem Boden der Dose ein Filmnegativ befestigt. Lichtdicht verschlossen ist die Dose nun eine Lochkamera. Sobald der Klebestreifen vom Bohrloch gezogen wird, beginnt die Belichtung des Negativs. Das kann einige Minuten oder mehrere Stunden dauern. Es braucht Erfahrung, um die entsprechenden Lichtverhältnisse einschätzen zu können. Diese hat sich Chris Dreier in den 15 Jahren, die sie mit ihren Lochkameras durch Europa reist, angeeignet.

Ihre Vorliebe für das Herumfahren und Entdecken entwickelte Dreier Anfang der 80er Jahre, als sie in Berlin visuelle Kommunikation studierte (und die erste Schlagzeugerin der »Tödlichen Doris« war). Das Studium finanzierte sie sich als Lastwagenfahrerin. Dadurch entdeckte sie abgelegene Orte und Industrie...

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