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19.12.2011 / Inland / Seite 8

»Das Jobcenter mischt sich ungeniert ins Privatleben ein«

Schikanen und Unverschämtheiten ohne Ende: Kürzung nicht um 100, sondern sogar um 150 Prozent. Ein Gespräch mit Jochen Kolbe

Gitta Düperthal
Jochen Kolbe, 32 Jahre, war fast fünf Jahre als Kundenbetreuer in Callcentern tätig, danach zwei Jahre selbständig. Jetzt ist er seit fast anderthalb Jahren erwerbslos und wird seit einem Monat vom Jobcenter Berlin-Spandau schikaniert.

Mitarbeiter des Jobcenters in Berlin-Spandau haben Sanktionen gegen Sie angedroht – mittlerweile summieren sie sich auf 150 Prozent Ihrer Bezüge. Wie geht das denn? Mehr als 100 Prozent kann man ja wohl nicht streichen.

Im Moment gibt es noch »Sanktionsanhörungen«. Ich gehe aber davon aus, daß mir das Geld gestrichen wird, weil die für mich zuständige Sachbearbeiterin darüber entscheidet – und damit dieselbe Person, die zu diesen Anhörungen lädt. Fünf Sanktionen hat sie mir innerhalb der vergangenen vier Wochen angedroht:

Erstens versucht sie mir die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben, daß ein Arbeitgeber abgesagt hat. Das Jobcenter hatte ihm das Blaue vom Himmel versprochen: Ich könne dort bis zur Rente tä...


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